Zwischenspurt für Mehr Chancengerechtigkeit

Volksinitiative kochte für rund 600 Kinder in Aktionswoche gebührenfreies und gesundes Mittagessen

Drei Stationen in drei Tagen, hunderte Kinder satt bekommen und alles auch noch gesund und gebührenfrei: In der Aktionswoche „Gerechtigkeit is(s)t besser“ der Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ kochten die Bündnispartner insgesamt rund 600 Mahlzeiten für Grundschüler*innen. Es gab frische Vollkornnudeln und dazu leckeres Gemüseragout oder Kartoffelsuppe, als Nachtisch lockte jede Menge Obst.

Ziel der Aktionen war es, auf das wichtige Anliegen aufmerksam zu machen. „Heute haben wir gezeigt, wie selbstverständlich ein gesundes und gebührenfreies Mittagessen für alle Kinder sein kann“, sagte etwa Jane Baneth, Vorständin beim AWO Bezirksverband Potsdam e.V. am 16. September an der Grundschule Gebrüder Grimm in Brandenburg an der Havel. Gemeinsames Essen bedeute eben auch Teilhabe, Gemeinschaft und gleiche Chancen im Schulalltag.

Am 17. September war die Initiative an der Sigmund-Jähn-Grundschule in Fürstenwalde/Spree zu Gast. Auch hier wurden wie in Brandenburg an der Havel rund 200 Kinder bekocht. Trotz des Gewusels vor der Ausgabestelle lief alles reibungslos. Hunger beeinträchtige den Lernerfolg und erschwere Kindern schon früh ihren weiteren Lebensweg, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Clemens Rostock. Der stellvertretende Linken-Landeschef Stephan Wende betonte: „Zum Ganztag für alle gehört auch ein gesundes und gebührenfreies Mittagessen“. Es lerne sich schlecht mit einem leeren Bauch. Letzte Station war am Freitag die Friedrich-Starke- Grundschule in Elsterwerde. Auch hier wurden viele Kinder mit einem gesunden Mittagessen versorgt.

Die Aktionswoche diente als „Zwischenspurt“ für mehr Chancengleichheit. Bislang liegen schon mehrere tausend Unterschriften vor. Insgesamt müssen bis März kommenden Jahres brandenburgweit mindestens 20.000 gültige Unterschriften zusammengekommen sein. Gelingt das, muss sich der Landtag mit dem Anliegen der Volksinitiative beschäftigen.

„Gerechtigkeit is(s)t besser“ ist der zweite Versuch, dies durchzusetzen. Anwaltlich begleitet wird die Volksinitiative durch Dr. Gregor Gysi. Die 2024 gestartete Initiative „Schule SATT“ war durch den Hauptausschuss des Brandenburger Landtags unter anderem wegen einer verkürzten Überschrift für unzulässig erklärt worden. Dabei ist das Thema aufgrund der weiter steigenden Preise brisanter denn je. Und auch die Bundes-SPD in ihrem Regierungsprogramm sowie der Bürgerrat des Deutschen Bundestages empfehlen gebührenfreies Mittagessen an allen Bildungseinrichtungen, um Teilhabe an Bildung zu gewährleisten.

In den kommenden Monaten wird es an vielen weiteren Orten, auf Festen und Veranstaltungen, Gelegenheiten geben, die Forderung des Bündnisses aus den AWO Bezirksverbänden Brandenburg Ost und Potsdam und anderen Brandenburger Sozialverbänden, Gewerkschaften sowie Elternbeiräten und Parteien mit einer Unterschrift zu unterstützen. Außerdem können Listen jederzeit hier heruntergeladen werden.